Inklusion ist mehr als Teilhabe.
Sie beginnt dort, wo niemand erst in bestehende Strukturen passen muss.
Der Begriff Inklusion ist heute häufig auf einzelne Bereiche verengt: Insbesondere auf die Rechte von Menschen mit Behinderung, Teilhabe und Barrierefreiheit.
Für uns widerspricht diese Verengung dem Grundgedanken von Inklusion.
Denn sobald Inklusion als abgegrenztes Fachgebiet oder als Angebot für eine bestimmte Gruppe verstanden wird, dann wird sie selbst zur Nische. Was eigentlich verbinden soll, wird getrennt betrachtet und damit entsteht erneut Separation.
Inklusion ist für uns deshalb kein einzelnes, separates Fachgebiet und keine Maßnahme für eine bestimmte Gruppe.
Sie ist ein gesamtgesellschaftlicher Anspruch.
Menschen leben nicht in einzelnen Kategorien, auch wenn uns diese Vorstellung häufig vermittelt wird. Solche Einteilungen können scheinbar einfache und schnelle Lösungen ermöglichen, werden der Komplexität menschlicher Lebensrealitäten jedoch nicht gerecht.
Behinderung, Alter, Geschlecht, Herkunft, soziale Lage, Sprache, Religion, Identität und weitere Lebensrealitäten können sich überschneiden und sich gegenseitig beeinflussen oder verstärken.
Auch Benachteiligungen und Barrieren entstehen nicht unabhängig voneinander.
Wir verstehen Inklusion deshalb nicht als Sparte, sondern als verbindendes Prinzip.
Wir begreifen Inklusion intersektional.
Behindertenrecht, Barrierefreiheit, Antidiskriminierungsarbeit, soziale Teilhabe und weitere Fachbereiche sind für uns keine voneinander getrennten Themen.
Sie sind miteinander verbundene Teile eines größeren Ganzen.
Unser Ziel ist deshalb nicht, Menschen in bestehende Systeme einzufügen.
Unser Ziel ist, die Systeme selbst so zu verändern, dass niemand aufgrund der eigenen Lebensrealität ausgeschlossen wird.
Dafür braucht es ein tragfähiges Netz: Ein inklusives Netz, welches bestehende Angebote, Fachbereiche und Perspektiven miteinander verbindet und die Lücken dort schließt, wo Menschen heute noch durch Zuständigkeiten, Barrieren oder gesellschaftliche Strukturen fallen.
Das ist unser Ansatz:
Inklusion nicht in einzelne Zuständigkeiten aufteilen, sondern Zusammenhänge erkennen, Verbindungen schaffen um die existierenden Lücken zu schließen.
Inklusion ist kein Teilbereich.
Inklusion verbindet die Teilbereiche.
